Der Belgier Fabrice Jucquois arbeitet seit 1994 als Tänzer, Choreograph und Tanzlehrer vorwiegend in Österreich und Deutschland. In seiner Vita finden sich namenhafte Adressen wie das Nationaltheater Mannheim, Theater Bonn, Deutschen Oper am Rhein, Wiener Staatsoper, Landestheater Linz und Musikfestspiele Dresden. Seit 2015 ist er als Tanzlehrer für die Musik- und Kunstschule tätig und wird für die kommende PopOper die Choreographie und den Tanzunterricht übernehmen.

Herr Jucquois, was hat Sie als Belgier dazu bewegt in Deutschland arbeiten zu wollen?

FJ: Mir ist wichtig meine Kunst zu leben. Deshalb sehe ich mich nicht als Bürger eines Landes, sondern ich sehe mich eher Bürger der Kunst. Dass es mich nach Deutschland gebracht hat, ist ein Ergebnis mehrere Einflüsse, durchaus auch ein positives Element in meinem Leben.

Und was trieb Sie nach Bielefeld?

FJ: Ich wollte persönlich feststellen, ob Bielefeld existiert oder nicht. Und es existiert, und wie! Ich habe mich vom ersten Momenten wohl gefühlt.

Im Ausland denken viele über uns Deutsche, dass wir immer schlecht gelaunt sind und speziell über die Westfalen heißt es auch noch, dass sie stur sind. Mal ehrlich, was ist da dran?

FJ: Ich habe in meinem Leben einige Bevölkerungsgruppen in verschiedenen Regionen kennengelernt und dabei für mich die Feststellung treffen können, dass sie praktisch nie mit den vorgefassten Beschreibungen übereinstimmen. Sicherlich haben die Belgier eine etwas andere Art von Humor als die Franzosen zum Beispiel. Und außerdem glaube ich, die einfachste Art ein Lächeln geschenkt zu bekommen, ist ein Lächeln zu verschenken.

Sie haben viel mit Profis gearbeitet, nun arbeiten Sie in Bielefeld an Schulen und  mit Kindern und Jugendlichen. Welche Erfahrungen haben Sie in diesem Bereich gemacht?

FJ: Die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen bereitet mir immer wieder Freude und Vergnügen, denn sie sind mit Begeisterung dabei. Jedes Projekt ist anders. Beispielhaft für die von mir geleiteten Projekte mit vielen Schülern:  „Ich bin ich“ (2016), „Friends, not in the box“ (2017), „Mein Emoji“ (2018),…

Am 3. Und 4. Mai findet das Casting für die Tänzer zur PopOper statt. Was muss eine Tänzerin oder ein Tänzer können, damit sie bzw. er bei der PopOper im Tanzensemble mitwirken kann?

FJ: Die Antwort klingt wahrscheinlich zu einfach, ist aber die einzige Antwort, die ich geben kann: die Motivation und die Begeisterung.

Erfahrungsgemäß melden sich immer sehr wenig Jungen zum Tanz an. Haben Sie dafür eine Erklärung?

FJ: In der westlichen Historie gab es eine Zeit, in der nur die Mädchen und Frauen tanzten. Es dauert noch ein bisschen, bis diese Vorstellung ganz aus den Köpfen verschwunden ist. Es ist aber mittlerweile genauso cool zu tanzen wie Fußball zu spielen…. Persönlich bin ich ein Mann…und ich bleibe „cool“.

Die kommende PopOper hat Beethoven und seine Musik zum Thema. Was denken Sie über Beethoven?

FJ: Beethoven ist ganz ohne Zweifel ein Monument der klassischen Musik und beeinflusst noch heute viele Musiker und Komponisten. In gewisser Weise ist er zeitlos. Ich nehme das Wort von The Beatles: „Roll Over Beethoven“!

Wie können sich die Tänzer/innen zu diesem Projekt anmelden?

FJ: Das geht bei der Musik- und Kunstschule mit einem Anmeldeformular oder im Internet unter www.pop-oper.de dort kann man sich das Anmeldeformular herunter laden. Der Anmeldeschluss ist der 7. April.

Wie alt sollen den die mitwirkenden Tänzer/innen sein?

FJ: Ab 14 Jahre.