Fabian Koke ist gerade mal 27 Jahre alt und schon seit vielen Jahren als Profischlagzeuger im Geschäft. Dabei ist er mit Stars wie Manfred Mann’s Earth Band und DJ BoBo auf internationalen Bühnen unterwegs und wurde mit der Tommy Schneller Band mehrfach mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Seit drei Jahren arbeitet er als Schlagzeuglehrer für die Musik- und Kunstschule. Er hat mehrere Werbeverträge mit Instrumentenherstellern und war im vergangenen Jahr beim größten Drumfestival Europas als Dozent dabei. Nun hat er sich entschieden, mit seiner Partnerin nach Bielefeld zu ziehen.

Herr Koke, Sie arbeiten deutschlandweit und im angrenzenden Ausland als Profi-Drummer. Was hat Sie dazu bewegt nach Bielefeld zu ziehen?
Koke: In dem Fall waren meine Freundin und ich eigentlich recht pragmatisch. Ich unterrichte 3 Nachmittage an der Musik- und Kunstschule und sie arbeitet ebenfalls in Bielefeld. Da hat es logistisch einfach total Sinn gemacht, hier her zu ziehen. Bielefeld gefällt mir zudem als Stadt sehr und liegt geografisch zu meinen Auftrittsorten super. Ich bin schnell auf der Autobahn und die ICE’s fahren von hier aus überall hin.

Und wie sehen Sie Bielefeld, z.B. im Vergleich zu ihren früheren Wohnorten wie Osnabrück oder Hamburg?
Koke: Ich bin gerne in Großstädten wie Hamburg, Berlin oder München, aber zum Wohnen ist es mir dort einfach eine Nummer zu groß, zu unpersönlich. Das habe ich gemerkt, als ich während meines Musikstudiums einige Monate in Hamburg war. Städte mit rund 300.000 Einwohnern finde ich perfekt. Das Stadtgebiet von Bielefeld ist zudem relativ grün, was sich auch auf die Lebensqualität auswirkt. Von der Musikszene her, kann man Bielefeld natürlich nicht mit Hamburg oder Berlin vergleichen, was aber alleine schon daran liegt, dass es hier keine künstlerische Musikhochschule gibt. Das Kulturangebot ist dafür aber mit Theater, Stadthalle, Oetkerhalle, Ringlokschuppen, Bunker Ulmenwall, Jazzclub usw. extremst hoch. Man kann quasi alle Arten von Musik erleben, die man will.

Sie waren im vergangen Jahr mit DJ BoBo auf Tournee, was war für Sie das beeindruckendste Erlebnis?
Koke: Generell waren die Dimensionen von insgesamt knapp 200.000 Zuschauern bei den 25 Konzerten schon atemberaubend. Das Beeindruckendste war aber sicherlich die DVD-Aufzeichnung in der ausverkauften Mercedes Benz Arena in Berlin mit über 13.000 Zuschauern. Die vielen Pokerabende im Tourbus zählen aber auch zu meinen absoluten Highlights.

Sie haben mit der weltberühmten Manfred Mann’s Earth Band gearbeitet?
Koke: Ich war im Jahr 2012 mit meiner damaligen Band “Univerve“ Support Act der Manfred Mann’s Earth Band. Einige Zeit später bekam ich eine Mail von Manfred Mann’s Management, ob ich nicht Lust hätte, ein Paar Schlagzeugspuren für einen Song aufzunehmen. Ich habe dann in einem befreundeten Tonstudio verschiedene Versionen aufgenommen und das Ergebnis zurück nach England geschickt. Obwohl sie sehr zufrieden waren, wurde der Song aber leider nie veröffentlicht.

Was sind ihre Ziele für die Zukunft?
Koke: Persönlich möchte ich gesund und glücklich bleiben und wünsche mir dies auch für mein Umfeld. Musikalisch will ich mich natürlich immer weiterentwickeln, neue Künstler kennen lernen, und auch weiterhin viele schöne Konzerte spielen.

Sie unterrichten jede Woche mehrere Tage an der MuKu. Was reizt Sie an dieser Tätigkeit?
Koke: Ich finde es total spannend, mein Wissen weiterzugeben und Schülern bei Ihrer Entwicklung zu helfen. Glücklicherweise habe ich an der MuKu viele wissbegierige Schüler, mit denen die Arbeit dann umso mehr Spaß macht. Dazu kommt, dass die Bedingungen vor Ort einfach sehr gut sind.

Gibt es unter Ihren Schlagzeugschülern an der MuKu auch talentierten Nachwuchs?
Koke: Selbstverständlich, sogar einige. Ich habe zum Beispiel einen 5 jährigen Schüler, der so gerade mit Händen und Füßen an die wichtigen Instrumente kommt, aber so gut und auffassungsschnell ist, wie ich ganz selten jemanden in seinem Alter gesehen habe. Ein anderer Schüler von mir, der seit Januar 2018 bei mir Drumset-Unterricht hat, wurde in diesem Jahr mit einem Preis beim Bisegger-Wettbewerb ausgezeichnet und ist seit kurzem Jungstudent an der Musikhochschule Münster.