VON UTA JOSTWERNER

Sommerakademie der Sparte Kunst an der Musik- und Kunstschule

Wer den Sommer zum künstlerisch-kreativen Austausch in angenehmer Atmosphäre nutzen möchte, muss künftig nicht mehr ins Künstlerdorf Schieder-Schwalenberg reisen. Die Sparte Kunst der Musik- und Kunstschule bot in diesem Jahr zum ersten Mal eine Sommerakademie an.

 

»Die Möglichkeit, über mehrere Tage konzentriert an einem Werk arbeiten zu können, beflügelt die Phantasie und enthebt den Kreativen aus seinem Alltag«, sagt Dietrich Schulze, Spartenleiter. Die einzigartige Atmosphäre der ehemaligen Werkkunstschule habe ihn inspiriert, eine Sommerakademie ins Leben zu rufen. Das Angebot richtet sich gleichermaßen an Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Etwa 90 Teilnehmer nutzten in der vergangenen Woche das Angebot.Dies umfasste das traditionelle Spektrum der Bildenden Kunst ebenso wie außergewöhnliche Disziplinen wie etwa »Fernöstliche Malerei«. Im Kursus der Süd-Koreanerin Young-Ran Kim erlernten Jugendliche und Erwachsene die Grundtechniken und Formen der ostasiatischen Malerei kennen, die seit Jahrtausenden in Asien verwendet werden. Die Motive reichen dabei von Blumen über Tiere bis hin zu freien Formen.

Kolja Rohrbach hat sich für einen Adler entschieden, den er mit Tuschfarbe aufs Papier bringt. Der 20-Jährige ist begeistert: »Die Technik ist so vielseitig«, schwärmt Rohrbach, der die Akademie als Vorbereitung zu einem Kunststudium nutzte.

Kolja Rohrbach möchte Kunst studieren und nutzte die Chance, bei Young-Ran Kim die Techniken der fernöstlichen Malerei zu lernen.

Viel Spaß am kreativen Gestalten hatten auch Klara Albrink und Zoe Fliege. Die beiden Freundinnen hatten den Workshop »Kostüm und Schminke« bei Sabrina Strunk und Sabine Töpler belegt, sich gegenseitig mit Theaterschminke bemalt und ein Fantasiekostüm zurechtgeschnitten, das an Elfen erinnern soll. »Jeder Teilnehmer soll sich selbst eine Rolle suchen, in die er schlüpfen möchte und dann das passende Outfit dazu kreieren«, sagt Sabine Töpler. Am Ende des einwöchigen Kurses führte dann jeder eine eigene kleine Performance auf.

Im Angebot befand sich außerdem ein Bildhauerkurs bei Markus Jung, wobei die Teilnehmer draußen vor der MuKu ihre Plastiken aus Holz, Stein, Gips oder Ton bearbeiteten. Ferner ein Malkursus zu Bildern von Pierre Bonhard und Emil Knoebel, der sich an Erwachsene richtete und von Brigitte Fuhrmann-Mau geleitet wurde. Er fand unter dem Satteldach der Schule statt und die Atmosphäre dort oben erinnerte an ein Künstleratelier eines Bohème im Paris des 19. Jahrhundert.

Figürliches Zeichnen von Akt und Porträt stand bei Alina Miloslawska auf dem Programm. Körperstudien entstanden in dem Workshop nach realen Modellen. Der Kursus richtete sich an Teilnehmer ab 14 Jahre.

»Einmal um die ganze Welt« malten und bastelten sich die jüngsten Teilnehmer (ab sieben Jahre) bei Viola Friedrich. Aus Draht, Pappe und Farbe entstanden Miniaturlandschaften wie ein Korallenriff oder eine Tempelanlage.

»Der einzige Kursus, der ausgelagert werden musste, ist der Workshop für Fotografie. Er fand im Atelier des Fotografen Peter Wehowsky statt«, erläutert Dietrich Schulze, der mit dem Pilotprojekt Sommerakademie sehr zufrieden ist: »Die Kurse waren sehr schnell voll. Lediglich die Kurse 'Moderner Tanz' und 'Musikvideoproduktion' sind nicht zustande gekommen.« Auch im kommenden Jahr soll wieder eine Sommerakademie an der Musik- und Kunstschule angeboten werden. Dann, so überlegt Schulze, wäre es schön, über Mittag eine Verpflegung anbieten zu können.