Theateraufführung der Musik- und Kunstschule

Mitte (mp). Steven trat ins Licht, holte kurz Luft und fing an zu erzählen. Bei dem Theaterstück "communicate.me" berichtet Steven alias Luca Rosendahl von der Veränderung 16 Jugendlicher seiner Schule. Die Aufführung der Musik- und Kunstschule im Theaterlabor beschäftigt sich mit der Flucht in die digitale Welt. Dort hoffen Stevens Mitschüler, Dinge zu finden, die ihnen in der realen Welt verwehrt bleiben.

Auf der Suche nach Aufmerksamkeit, Trost, Verständnis und dem Kick träumen die Figuren von einer neuen Persönlichkeit. Unter Decknamen wie "Never Ever", "Broken Heart" und "Harry Potter" entstehen virtuelle Identitäten. Im Netz könne man sein, wer man möchte und wolle nicht jeder ein Held sein?

Das Publikum lernt dabei Hintergründe, Varianten und mögliche Konsequenzen einer solchen Flucht kennen. Abhängigkeiten vom Handy sowie Gefahren von Chaträumen sind in die Vorführung bewusst dramatisch eingebaut worden.

"Das Thema sollte nicht zu oberflächlich sein. Die Leute sollen sich angesprochen und berührt fühlen," so Annelena Balke. Sie führt Regie und lässt die Darsteller zwischen verschiedenen Schauplätzen wechseln, die immer mehr miteinander verschmelzen. Auch ein tödliches Ende habe man mit den Darstellern besprochen und eingebracht.

Nach und nach seien bei den Proben neue Elemente hinzugekommen. 90 Minuten pro Woche standen der Theatergruppe zur Verfügung. "Viele haben über die Woche den Kopf voll mit Schule," sagt Balke. Sie ist sehr zufrieden aber die kurze Zeit habe es erschwert. "Es war schwer, aber es hat Spaß gemacht", bestätigt Johannes Döring. Als Schüler war er viel mit Klausuren beschäftigt, aber zu den Proben sei er gern gegangen.