Musik und Kunstschule produziert Pop-Oper "TILDA" - Hellmuth Opitz schreibt Textbuch, Johannes Strzyzewski komponiert die Musik

B i e l e f e l d (WB). Nach den Musicals »Tanz um den Hexenkessel« (2011) und »Ticket in die Vergangenheit« (2014) setzt die Musik- und Kunstschule zum Sprung auf ihre dritte Musiktheaterproduktion an. Die Pop-Oper »Tilda« soll im Februar 2017 gleich fünfmal in der Oetkerhalle aufgeführt werden.


Das Libretto schreibt der Bielefelder Schriftsteller Hellmuth Opitz, für die Komposition zeichnet wieder Johannes Strzyzewski verantwortlich. Regie führt Günther Möllmann, der auch schon »Ticket« inszenierte, gemeinsam mit Anna-Lena Ballke. Immer weniger Aufgaben müssen fremdvergeben werden, denn die Muku hat im Laufe der vergangenen Produktionen an Kompetenz dazugewonnen. »Nach dem Schauspielzweig hat sich bei uns ein Tanz- Bereich gebildet. Die beiden Tanzlehrerinnen werden die Ballettchoreografie selbst machen«, erzählt Musikschulleiter Strzyzewski. Beim Text holt sich der erfahrene Musical-Macher, der schon an vorherigen Wirkungsstätten in Nordhorn und Hilden Musiktheater-Produktionen für Kinder und Jugendliche aus der Taufe hob, allerdings Hilfe bei einem Profi. Hellmuth Opitz, der zuletzt den Text zum »Schlussakkord«, dem musikalischen Abschluss der 800- Jahr-Feierlichkeiten schrieb, erbat sich zunächst Bedenkzeit. »Ich hatte früher so meine Schwierigkeiten mit Musicals«, sagt der Bielefelder Poet.

Dann überwog der Reiz, Dialoge zu schreiben und dramatische Szenarien zu entwerfen. Mittlerweile hat er den Plot rund um die Schülerin Tilda ausgearbeitet. »Es geht darum, seine Träume zu bewahren in einem Alltag, der versucht, einem das Wasser abzugraben«, erzählt Opitz, der sieben aufmüpfige Schüler und Schülerinnen auf den Plan ruft. Diese sind von Lehrer Steinbeißer dazu verdonnert worden, eine Motivationsarbeit über den Ernst des Lebens zu schreiben. Im abgeschlossenen Raum schweifen die Gedanken der »Delinquenten« ab und gelangen in das Land der Traumstehler. . . Wieder sucht die Muku Mitwirkende und veranstaltet zu diesem Zweck ein Casting, für das man sich bis zum 11. Dezember anmelden kann (Telefon 0521/51 29 92 oder E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). Das Casting findet am 23. und 24. Januar in der Musik- und Kunstschule statt. Gesucht werden Jugendliche ab zwölf Jahre in den Bereichen Schauspiel, Gesang, Tanz, Chor. Wer 14 Jahre alt ist, kann sich auch für eine Mitwirkung hinter der Bühne bewerben. »Wer genommen wird, erhält Unterricht. Und der ist kostenpflichtig«, betont Johannes Strzyzewski. Allerdings greifen auch hier die üblichen Ermäßigungen, die die Muku weniger begüterten Schülern zur Verfügung stellt.

Zudem gibt es Sonderkonditionen. Indes: Ein nicht unerheblicher Teil der Produktionskosten wird aus diesen Unterrichtsbeiträgen bestritten. Hinzu kommt eine Förderung durch das Land NRW und die Hans-Bisegger-Stiftung. Der Rest der Kosten von insgesamt 130 000 Euro wird aus Haushaltsmitteln der Muku und den Eintrittsgeldern bestritten. Diese, so Strzyzewski, würden den größten Batzen ausmachen, wie die Erfahrung aus den Vorjahren zeige. »Ticket in die Vergangenheit verzeichnete 6000 Besucher. Die Kartenanfrage war allerdings weit größer«, erzählt der Muku-Direktor, der wieder auf fünf ausverkaufte Vorstellungen setzt. Erneut werden rund 250 Mitwirkende auf der Bühne stehen oder davor Platz nehmen (Orchester). Wenn schon, dann gilt: nicht kleckern, sondern klotzen.